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Wie lernen?

Hier nun einige Gedanken, um das Lernen ein wenig zu steigern.

Mut zum "Rumschreddeln"!
Auf keinen Fall sollte man Angst vor der Gitarre haben, allerdings schon sorgsam mit ihr umgehen. Einige sind sehr zaghaft, wenn es darum geht etwas auf der Gitarre zu tun, bzw. fürchten etwas falsch zu machen. Na und? Schräge Töne gehören zum Geschäft! Es sollte unbedingt einfach auch mal drauf los gespielt werden. Rhythmus reinschmettern, Soli hinklatschen, etc. Manchmal ergeben sich dabei schöne Dinge.

Wie lange üben? (Einsteiger)
Wer noch nie eine Gitarre in der Hand hatte, sollte versuchen mindestens 15-20 Minuten am Tag zu klampfen (kurze Pausen mit inbegriffen). Nach ein bis zwei Wochen gewöhnt man sich ein wenig an die neuen motorischen Abläufe, und es kann mehr geübt werden. Jeder sollte darauf achten, wo Schmerzen entstehen, besonders jene, welche mehr üben. Bei Gelenk- und Sehnenschmerz sofort aufhören, am nächsten Tag probieren, aber wenn der Schmerz sich gleich bemerkbar macht, gar nicht erst anfangen. Bei Nacken-, Hals- und/oder Schulterschmerzen sollte auch nicht mehr lange gemacht werden (übliche Muskelverspannung). Bei den Fingerkuppen darf ruhig probiert werden, wie lange der Schmerz ausgehalten werden kann (wenn sie taub werden, oder Blut fließt doch sofort aufhören :-)

Wie lange üben? (Anfänger)
Am besten sollte man sich gar keine Gedanken über die Zeit machen. Sobald man Lust hat einfach anfangen, und aufhören, wenn man keine mehr hat. Siehe auch Disziplin. Für jene die schon ein paar Dinge kennen (wie Pentatoniken, schon den ein oder anderen Rhythmus können, etc.), eine kleine Orientierung.

  • Aufwärmphase
    Einige Fingerübungen, Stücke die schon beherrscht werden, etc spielen. Also etwas, was den Kopf nicht belastet. Einige Minuten lang, man spürt ja, wenn die Steifheit und/oder Kälte aus den Fingern schwindet. Gleich danach alle genutzten Körperteile/Muskeln ein wenig dehnen.
     
  • Konzentrationsphase
    Hierbei ist wichtig, sich vorher schon vorbereitet zu haben (siehe auch "Was lernen?"). Es sollten neue Übungen, Lektionen, Passagen eines Stückes, usw. heraus gesucht, bzw. zusammengestellt werden, welche innerhalb von 10 Minuten ohne Wiederholungen zu schaffen sind. Solange ist die Aufnahmezeit bei hoher Konzentration. Das bringt auch mehr als stundenlanges einpauken.
     
  • Übungsphase
    Das eben neu aufgenommene Material nun einstudieren, wiederholen und üben. Dabei sollte genau gespielt werden. Am besten solange, bis man das Gefühl hat, dass es einfacher von der Hand geht, oder nicht mehr ständig nachgeguckt werden muss (auswendig gelernt).
     
  • (OPTIONAL)
    Wer viel Zeit hat, immer noch gut drauf ist, oder eine hohe Disziplin hat, noch mal eine Konzentrations- und Übungsphase.
     
  • Freestyle-Phase
    Wohl die Längste. Einfach das tun, was einem Spaß macht, auch wenn es immer der gleiche "langweilige" Kram ist. :-)

Wichtig ist, wenn man einen schlechten Tag hat, auch mal auf alle guten Vorsätze zu pfeifen. Das ist besser, als sie gar nicht in die Hand zu nehmen. Geübt werden sollte jeden Tag. Eine 18 Stunden Monster-Session am Wochenende hat wenig Sinn.

Viel üben, aber trotzdem schlechter werden.
Das ist ganz normal, besonders bei Lernwütigen. Der Körper und Geist brauchen öfters mehr Zeit, als der Wille und das Gedächtnis. Einfach die Gitarre mal ein oder zwei Tage ganz sein lassen. Danach geht das Alte wie das Neuegelernte gleich doppelt so gut. Versprochen!

Positiv-Verstärkung
Sollten einmal Erfolgserlebnisse ausbleiben, durch zu hohe Schwierigkeit, falsche Einstellung, oder etwas längeren Lernprozessen, kann man sich auch anderes Belohnen. Ein großes Stück Schokoladenkuchen! Das Unterbewusstsein freut sich bestimmt.

Disziplin
Hier ist Selbsteinschätzung gefragt. Wie viel kann von sich selbst gefordert werden? Krasse Perfektionisten haben eine schier unerschöpfliche Disziplin, und üben die noch so schweren Stücke und Lektionen ein. Aber wer ist schon einer? Es gilt immer, solange zu üben, oder das zu üben, wie oder auf was man Lust hat. Die Hauptsache ist dabei, dass dies regelmäßig geschieht. Und entsprechend nach Selbsteinschätzung passende Lektionen finden. Die Anfangszeit wird ohne fremde Hilfe recht schwer (wie bei Allem im Leben), dass sollte sich klar gemacht werden.

Kommentare (0) | 20.04.2005

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