| Theorie? Oh Gott! Die Theorie, immer das schlimmste Übel. Aber es macht sich gut zumindest die Grundlagen zu kennen. (Autodidakt? Desto besser ist es!)
Ist es unbedingt notwendig?
Na ja, wer gerade eine Gitarre das erste Mal in die Hand genommen hat? Nicht unbedingt. Ganz allgemein sag ich aber mal, ja. Während man sich am Anfang mit den Fingern quält, könnte sich schon ein wenig mit der Theorie beschäftigt werden. (Hätte ich es mal gemacht! *grummel*)
Aber es gibt doch alle Lieder als Tabulatur zum Nachspielen!
Nichts anderes habe auch ich sehr lange getan, von virtuosen Melodien bis zu komplizierten Klassikstücken. Dies kann einen schon recht glücklich machen, aber irgendwann wünscht man sich doch mehr, als nur das Nachspielen von anderen.
Ein praxisbezogenes Beispiel: Da trifft man sich mit anderen zu einer 'Jamsession', und die erste Frage lautet oft: "Cool, kannst Du mir ganz langsam die Akkorde zeigen?". Zunächst also nix mit 'jam'. Mit der Theorie im Hintergrund würde das ganze so ablaufen: "Machen wir nen Dominant Blues in A!", und jeder haut sofort ordentlich in sein Instrument.
Beim langen Nachspielen kommt die Theorie doch automatisch mit der Zeit?
Ja und Nein. Die Betonung liegt auf "lange" und zwar sehr lange. Bestimmte Gesetzmäßigkeiten werden dann auch erkannt, z.B. bevorzugte Akkordfolgen oder Rhythmen von einer bestimmten Musikrichtung, sowie einige Details. Hier und da liest man mal was von Skalen und Pentatoniken, oder jemand zeigt einem ein paar "Tricks". Aber es bringt um einiges mehr, sich alles genauer anzuschauen, als nur hin und wieder ein paar Happen aufzuschnappen. Ich spreche da aus Erfahrung.
Es heißt doch oft: Alles ist erlaubt, Hauptsache es klingt gut.
Windiger kleiner Teufel! Nun gib auf, und lerne :-)
Ist auch vollkommen in Ordnung, aber was, wenn plötzlich nach langer Zeit eine andere Musikrichtung gespielt werden möchte? Das kann lange dauern mit Ausprobieren und Nachspielen. Mit ein wenig Theorie lässt sich die ganze Sache schon beschleunigen.
Wie viel Theorie reicht denn? Einige studieren ihr ganzes Leben lang. *grusel*
Man glaubt kaum was einige wenige Grundlagen schon bewirken können, nämlich eine ganze Menge. Es ist auch nicht allzu schwer, wenn man dieses vermaledeite System verstanden hat, wie Noten und Tonarten geschrieben werden, und entsprechend ihre Namen entstehen.
Ich selbst bin kein Experte, und die meisten Lehrer würden wahrscheinlich einiges ordentlich nachholen wollen. Aber es erstaunt mich immer wieder, was sich alles mit ein paar Brocken der Theorie bewerkstelligen läßt, bzw. wiedererkannt wird (Stichwort Gehörbildung).
Muss man wirklich?
Nö. :-P
Man kann, und es lohnt sich. Kommentare (0) | 01.03.2005 |