| Welcher Typ 2 Nachdem vorher die verschiedenen Gitarren-Typen vorgestellt wurden, noch einige Hinweise zur Auswahl.
Für totale Neueinsteiger empfiehlt es sich, erst einmal eine Gitarre von irgendwoher auszuleihen, um die ersten Erfahrungen zu sammeln. Nachdem ein paar wenige Handgriffe beherrscht werden, fällt es um einiges leichter im Gitarrenladen eine eher passendere Gitarre auszuwählen (die Verkäufer helfen auch gern weiter).
Stahl oder Nylon?
In Frage kommen für den Anfang nur die Western- oder Konzertgitarren. Die Western wird von Musikern allgemein mehr bevorzugt für Rhythmus wie auch Melodiespiel. Sie hat auch andere Vorteile wie lauter, härterer Sound, Bottleneck spielen besser, im Hals eine Stange (zum nachjustieren wenn der Hals sich einmal verzieht) und die Saiten liegen enger zusammen (meist schmalerer Hals im Vergleich zu Konzert- und Wandergitarren). Aber durch die Stahlsaiten benötigt es auch mehr Kraft und sind härter für beide Hände. Daher für Anfänger nicht unbedingt vorzuziehen. Wer auf den typischen Sound aus Country, Delta/Travel-Blues oder Rock nicht verzichten kann, muss wohl oder übel dann in den sauren Apfel beißen. Wer sich nicht sicher ist, sollte doch lieber eine Konzertgitarre nehmen.
Eine grobe und subjektive Statistik: 50% der Gitarristen spielen E-Gitarre, 25% Konzertgitarre und 25% Westerngitarre. Meist werden mehrere gespielt, aber jeder hat sein Steckenpferd.
Sexy muss sie sein!
Alles rein subjektiv, aber doch ein Umstand der nicht vernachlässigt werden sollte. Machen wir uns nichts vor, wenn die Gitarre optisch nicht ansprechend ist, will man auch nicht auf ihr spielen ("Ihh, das grüne Ding fass ich nicht an"). Genauso sollte sie sich "gut anfühlen", bzw. bequem in der Hand liegen.
Die Richtige Größe
Es ist darauf zu achten die richtige Größe für sich zu finden. Sehr viele Anfänger lernen auf einer (zwar günstigen) aber viel zu großen Gitarre. Es läuft bei der Gitarre auf 4 Faktoren hinaus.
- Mensur
Die Saitenlänge (von Steg zu Sattel) und dementsprechend die Abstände der Bundstäbchen. Hier wird meist eine zu lange genommen, was das Greifen natürlich erschwert (besonders bei Jugendlichen und Kindern - ab 16 und jünger). Für Erwachsene in Millimeter gesprochen:
Männer 650 (4/4) - Frauen 630 (4/4) oder gar 620 (7/8)
- Saitenlage
Der Abstand wie hoch die Saiten über dem Griffbrett sind. Umso niedriger die Saitenlage, desto weicher das Spielen und einfacher das Drücken der Saiten. Gemessen wird zwischen 12ten Bundstäbchen und Saite (zwischen 2-6mm).
- Hals- / Sattelbreite
Ein schmaler Hals (Griffbrett) bedeutet, dass die Saiten enger beisammen liegen, und vereinfacht das Spielen und Greifen. Die Breite der eigenen Finger wird dabei meist Überschätzt: "Mit einem Gnubbelfinger drück ich gleich 3 Saiten." <- Quatsch! Zu eng sollten sie allerdings auch nicht sein. Als Maß wird hierbei die Breite des Sattels gemessen, ungefähr zwischen 44 und 54 Millimeter. Ich selbst habe kräftige Finger, und bevorzuge 46-48.
Die Halsdicke ist natürlich auch interessant, manche sind sehr dick, und dann kommen die Finger nicht mehr so gut herum.
- Gesamtgröße
Die Gesamtgröße (Korpus) geht meist Hand in Hand mit der Mensur (siehe oben). Es gibt viele kleinere Gitarren, wobei die Größe nur als Kleingedrucktes exakt angegeben wird, als vielmehr in Bruchteilen (3/4, 1/2, 7/8, usw.), wobei 4/4 einer "normalen" Baugröße mit 650er Mensur entspricht.
Die Gitarre sollte insgesamt "bequem" liegen.
Am besten auch den Verkäufer zu rate ziehen, und einige Modelle zur Hand nehmen. Wer jetzt noch Nylonsaiten verwendet, wird nur noch die normalen Probleme mit der Hände-Augen-Koordination beim Lernen haben, und nicht zusätzliche Schwierigkeiten durch unpassenden Größen oder starke Stahlsaiten.
Extras
Für reine Anfänger kommt das weniger in Frage, und Kosten steigen auch.
Wer seine ersten Gehversuche aufzeichnen möchte, sollte ein Modell mit integriertem Tonabnehmersystem nehmen. Auch hier gibt es eine Menge kostengünstiger Angebote. Für die längerfristige Planung vielleicht noch darauf achten, dass die Mitten regulierbar sind.
Wer hauptsächlich viel Leadgitarre spielen möchte (wie alle anderen 20 Milliarden Anfänger), vielleicht noch ein Cut-Away, aber hier werden die Gitarren schon um einiges teurer. Kommentare (0) | 12.04.2006 |
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