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Fingernägel

Hier noch einige Tips zur Pflege von Fingernägeln, besonders für jene die zupfen. Ich werde nur kurz ein paar Sachen ansprechen, denn zu diesem Thema könnte ein ganzes Studium betrieben werden. Informationen zum Spielen mit Fingernägeln gibt es im Bereich Techniken (besonders "Zupfen 2").

Linke Hand
Die Greifhand darf natürlich keine Fingernägel haben, nicht nur wegen den Kerben die mit der Zeit im Griffbrett entstehen, sondern weil sie verständlicherweise beim Drücken im Weg sind. Beim Daumen spielt es keine Rolle.

Form
Je nach Nagelbett, Festigkeit und natürlichem Wachstum, muss jeder für sich eine eigene Form finden. Prinzipiell kann allerdings gesagt werden, dass die Nägel nach Form der Fingerkuppe gefeilt werden sollten (jedenfalls bei den meisten sehr erfolgreich).

Länge
Bis ein oder zwei Millimeter über der Fingerkuppe belassen, wobei der Ringfingernagel aus anatomischen Gründen auch länger sein kann. Ich selbst habe oft sogar Längere. Bei Krallen-Fingernägel die Spitze etwas flacher Feilen, damit der Nagel sich nicht so sehr krümmt, oder prinzipiell etwas flacher, da es mehr Stabilität (Haltbarkeit) bringt.

Beim Daumen ist es sehr unterschiedlich, einige halten ihn sehr lang, andere kurz. Wobei beim Zupfen der Nagel nicht unbedingt notwendig ist. Für den Wechselschlag (Strumming) mit Zeigefinger und Daumen, sollte dann doch ein Daumennagel vorhanden sein.

Feilen
Mit fein gekörnter Feile in Form bringen, mit Schleif- o. Polierpapier fein schleifen, und zum Schluss Nagelkanten vollkommen glatt polieren mit z.B. Fensterleder oder einer Polierfeile. Und ganz allgemein gillt: Metallfeilen sind böse.

Härte
Wer mit der Härte der Nägel nicht zufrieden ist, kann folgende Dinge probieren.

  • Beste Lösung: Kunstnagel (Nagelstudio siehe unten)
  • Ernährung mit Mineralstoffen / Kieselerde ergänzen.
  • Andere Mittel zum Einnehmen probieren (z.B. Gela-Zet)
  • Nagelhärter verwenden (z.B. Ellen Betrix Nail Hardener Gel).
  • Nagellacke verwenden (z.B. LCN Reparatur-Lack mit Nylonfasern).

Notfälle
In jedem Fall ist ein Besuch im Nagelstudio anzuraten. Eine Notlösung, welche des öfteren bei Rissen angewandt wird: Mit Sekundenkleber zusammen mit feinen Zellstofflagen oder Backpulver den gerissenen Nagel kleben. Stichworte: Belastung, Giftig. Es gibt aber auch spezielle Nagelkleber, die um einiges gesünder sind.

Häufigkeit
Mindestens dreimal die Woche feilen, da sich mit der Zeit und alltäglicher Belastung kleine Risse und Scharten an den Rändern entstehen (Sollbruchstellen & Klanghacken), welche unbedingt vermieden werden sollten.

Kunstnagel (Nagelstudio)
Auch wenn einige sich nicht trauen, in ein Studio zu gehen, besonders als Mann, oder der Meinung sind, dass es einfach nur ein Vermögen kostet, sollte unbedingt einmal hineingehen und sich beraten lassen! Immerhin haben eine ganze Menge Gitarristen ebenfalls Kunstnägel :-)

1. Arten
Wer auf seine Fingernägel nicht verzichten will, und viel spielt, für den gibt es nur eine Lösung: Kunstnägel. Zum Beispiel was ich mir persönlich machen lasse: Acryl-Nägel modelieren (Zeige-, Mittel- und Ringefinger). Diese sind fast unkaputtbar, egal ob Nagel vorhanden, abgebrochen oder weiteres (siehe Bild: Zeigefinger mit halb so langem Originalnagel).

2. Kosten
Die Preise können hier schon erheblich variieren. Mit viel Glück, Wetter und hohem Persönlichkeitsbonus, können drei Nägel aus Acryl 5 EUR kosten, wobei man mit 10 bis 30 EUR durchaus rechnen sollte. Zeitkosten: ca. 20-30 Minuten - Und schon hat man mindestens drei perfekte Supernägel zum Zupfen (auch wenn vorher überhaupt keine da waren).

Selbermachen ist wohl schon schwieriger, und ein einfaches Acryl-Starter-Set kostet im Angebot fröhliche 100 EUR. Für Gel benötigt es auch noch eine UV-Lampe zum Aushärten (50 EUR im Angebot).

3. Dauer + Pflege
So ein Kunstnagel hält an die 2-3 Wochen. Dann müste man den neu gewachsenen freien Nagel wieder "auffüllen". In der Zwischenzeit kann man sich selbst die Nägel feilen, nur um starke Lösungsmittel sollte ein Bogen gemacht werden. Eine Nachbehandlung ist meist günstiger.

4. Praxis
Nachdem ich jahrelang vermieden habe, in ein Studio zu gehen, kann ich nur jedem Fingerpicker sagen: GEH HIN VERDAMMT!

  • Es kostet nicht die Welt
  • Es gibt eh keinen perfekten Ersatz für die Nägel
  • Diese Kunstnägel gehen einfach nicht kaputt
  • Kann jede Form und Farbe haben die man will
  • Zusätzliche (Finger-) Pflege inklusive
  • Viele Gitarristen gehen diesen Weg
  • Heutzutage auch für Männer wohl kein Drama mehr
  • Meist freundliche, hübsche und liebeswill.. äh liebevolle Damen

5. Weiteres
Unter den Kunstnagelliebhabern gibt es wohl einen kleinen Krieg. Einige raten eher zu Gel andere zu Acryl. Da Acryl sich wohl nicht mehr lösen lässt, wenn es direkt auf dem Nagel aufgetragen wurde, hat dies erhebliche Nachteile bei zum Beispiel eventueller Pilzbildung. Zudem soll der natürliche Nagel etwas unter dem Acryl leiden (matt, brüchig, schuppig).

In beiden Fällen (Gel/Acryl) wird oftmals von einem vorherigem aufkleben eines Plastik- / Kunstnagels abgeraten, da weniger stabil, kann brechen oder sich lösen. Aber auch hier gibt es verschiedene Meinungen.

Die zu nutzende Seite des Nagel (zum Zupfen) etwas kräftiger und näher zum Rand sowie Ansatz behandeln / auftragen. Eben die Bereiche, welche der Gitarrist braucht, und nicht nur hübsch aussieht. :-)

Alle Zeit- & Preisangaben ohne Gewähr :-)

Kommentare (0) | 25.11.2006

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